Die Ausbildung zum Fliesenleger

 Fliesenlegers gehört das Erlernen der verschiedenen Verlegetechniken
Fliesenlegers gehört das Erlernen der verschiedenen Verlegetechniken © RainerSturm by pixelio.de

Die exakte Berufsbezeichnung für einen Fliesenleger lautet Fliesen-, Platten- und Mosaikleger. Der Beruf, den es unter dieser Bezeichnung seit 1935 gibt, gehört heutzutage in der Baubranche zu den sogenannten Ausbauberufen und ist nach dem Berufsbildungsgesetz (BbiG) und der Handwerksordnung (HwO) ein anerkannter Ausbildungsberuf. Bei seiner Arbeit benötigt ein Fliesenleger jedoch nicht nur die entsprechenden handwerklichen Kenntnisse und Fertigkeiten, sondern auch ein gewisses Maß an ästhetischem Empfinden sowie ein gutes Form- und Farbgefühl bei der Gestaltung von Wänden und Böden.

Aufgaben eines Fliesenlegers

Die Hauptaufgaben des Fliesenlegers bestehen in der Verkleidung von Wänden, Bodenflächen und Fassaden mit Bodenfliesen und Wandfliesen aus Natur- und Kunststein, Glas, Keramik und Mosaiken. Da sie genau wissen, welche Fliesenarten sich für den Einsatz in den verschiedenen Bereichen am besten eignen, stehen sie den Kunden oftmals schon vor Beginn der eigentlichen Verlegearbeiten bei der Auswahl von Material und Verlegemustern beratend zur Seite.

Voraussetzungen für angehende Fliesenleger

Die Grundlagen des Fliesenleger-Handwerks werden in einer dreijährigen Ausbildung erlernt. Diese wird nach dem dualen Modus, also abwechselnd in der Berufsschule und in einem Ausbildungsbetrieb, absolviert. Obwohl zum Erlernen dieses Berufes kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben ist, erwarten die meisten Betriebe in der Regel zumindest einen guten Hauptschulabschluss. Ebenso werden von den Lehrlingen handwerkliches und technisches Geschick, ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen sowie gute mathematische Kenntnisse erwartet und auch Sorgfalt, Präzision, Belastbarkeit und Teamfähigkeit sind erforderlich.

Ablauf der Fliesenleger-Ausbildung

In den ersten beiden Ausbildungsjahren der angehenden Fliesenleger liegt der Schwerpunkt zunächst auf der Vermittlung allgemeiner Kenntnisse, die für alle Berufe in der Bau- und Ausbaubranche erforderliche sind. Hierzu zählen unter anderem Grundlagen im Bereich Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutz sowie Kenntnisse bei der Vermessung von Bauteilen und dem Lesen und Anfertigen von Werkzeichnungen und Verlegeplänen. Nach diesen zwei Jahren absolvieren die Lehrlinge eine Prüfung zum Ausbaufacharbeiter. Im letzten Ausbildungsjahr erfolgt die Spezialisierung im Bereich des Verlegens von Fliesen, Platten und Mosaiken. Anschließend wird vor der Handwerkskammer oder bei der Industrie- und Handwerkskammer die Gesellenprüfung abgelegt.

Danach besteht die Möglichkeit sich auf einzelne Materialien, wie beispielsweise Naturstein zu spezialisieren und nach mehreren Jahren der Berufstätigkeit kann eine Weiterbildung zum Meister absolviert werden. Um selbstständig einen Betrieb im Fliesenleger-Handwerk zu betreiben, ist ein Meistertitel jedoch nicht zwingend erforderlich.

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