Estrich verlegen – Was gilt es zu beachten?

Estrich
Estrich - Die Trockenzeit ist bald vorüber © Hotel Domspitzen Köln - flickr.com

Viele Böden sind aufgrund von Unebenheiten, abgeplatzten Stellen und Rissen ungeeignet dazu, im Rahmen einer Sanierung unmittelbar verfliest zu werden. Hier bedarf es eines Estrichs, der als Pufferzone zwischen Untergrund und Bodenbelag fungiert. Das Estrich-Verlegen sollte in jedem Fall vom Fliesenleger übernommen werden – schließlich gilt es hier, neben der sachgemäßen Ausführung der Arbeiten auch einzuschätzen, welche Estrich-Art zum Einsatz kommen soll.

Estrich-Arten und Estrich-Verlegung

Fließestriche aus Zement oder Calciumsulfat werden als Trockenmischung mit Wasser angerührt, bis sie eine breiige, klümpchenlose Konsistenz erhalten. Diese lässt sich dann mit Hilfe von Baupumpen auf den Untergrund füllen. Die Estrich-Oberfläche erhält nach der Einschlämmung ganz von selbst eine seitige, ebenmäßige Konsistenz. Aufgrund der wasserresistenten Eigenschaften von Zement lässt sich das Material hervorragend für Nassbereiche wie Bad, Pool oder Wellness-Oasen einsetzen. Calciumsulfat sollte man hier allerdings nur auf Experten-Anraten verbauen: Es zieht Feuchtigkeit an und droht bei hohen Temperaturen aufzuquellen und schimmelig zu werden auf. Der einzige Nachteil von Fließestrichen besteht in ihrer langen Trockenzeit. Bei Zementestrichen kann es einen vollen Monat dauern, bis der Untergrund belegbar ist.

Schwimmende Estriche verlegt man auf einer Dämmschicht aus Kunststoff oder pflanzlichen Materialien. Diese verleihen den entsprechenden Böden ausgezeichnete Werte hinsichtlich Trittschall- und Wärmedämmung. Sie eignen sich besonders gut für die Kombination mit Fußbodenheizungen. Auf der Isolierschicht liegt wieder eine Schicht aus Zement, Calciumsulfat oder Beton.

Trockenestriche bestehen dem gegenüber vollständig aus Gips- oder zementären Platten. Sie werden im Verband eingebaut und sind besonders aufgrund der entfallenden Trockenphase beliebt. Allerdings bedarf es – um die gewünschte Ebenmäßigkeit zu erhalten – einer Nachbehandlung mit Fließspachtel. Auch die wärmeisolierende Wirkung ist geringer als bei schwimmenden Estrichen, insofern man nicht zusätzlich Dämmfolien verbaut. Besonders bieten sich die Produkte der Firma Fermacell an. Sie sind mit circa 15 Euro pro Platte empfindlich teurer als andere Estriche. Für sie spricht allerdings die schnelle Verlegung, die zum Teil von einem einzigen Handwerker vorgenommen werden kann.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *