Zementestrich – der Klassiker unter den Estrichen

Zement ist nicht umsonst das am häufigsten verwendete Bindemittel im Estrich. Aus welchen Gründen Zementestrich so beliebt ist und wie er fachgerecht verarbeitet wird – darüber informiert Sie Fliesenverlegungen.org!

Zementestrich
Zementestrich kann auch ohne weiteren Bodenbelag als Untergrund auf bestimmten Flächen genutzt werden. © www.hamburg-fotos-bilder.de / pixelio.de
Estriche sind Mörtelschichten, die direkt auf dem Untergrund oder auf einer Trenn- oder Dämmschicht verlegt werden – mit oder ohne Verbund. Sie können nach dem Erhärten entweder direkt genutzt oder noch mit einem Bodenbelag versehen werden. Anhand der verwendeten Bindemittel lassen sich verschiedene Produktklassen bilden. Die wohl bekannteste ist der Zementestrich. Wie er sich von den anderen Klassen – Gussasphalt-, Kunstharz-, Magnesit- und Calciumsulfat- beziehungsweise Anhydritestrich – unterscheidet, erfahren Sie im folgenden Artikel!

Eigenschaften und Kosten von Zementestrich

Zementestrich ist besonders fest und robust gegenüber Verschleißeinflüssen. Er ist unempfindlich gegenüber Feuchtigkeits- und Temperaturveränderungen. Aufgrund dieser Eigenschaften sind seine Einsatzbereiche vielfältig. Zementestrich wird sowohl als Untergrund für Fliesen und Co. Im Innen-, Außen- sowie Nassbereich als auch als alleiniger Bodenbelag, beispielsweise in Kellerräumen oder Garagen, verwendet. Mit entsprechender Behandlung und Gestaltung wird er auch zunehmend mehr in Gewerbe- oder Wohnräumen genutzt. Allerdings hat er im Vergleich zu Estrichen mit anderen Bindemitteln die längste Trockenzeit.

Es ist schwierig, pauschal Angaben über die Kosten des Estrichs zu treffen. Zementestrich kann je nach Herstellungsart (Fließ- oder Baustellenestrich) pro Quadratmeter zwischen 10 und 35 € kosten. Einfluss hat selbstverständlich auch die Dicke der benötigten Schicht, die je nach Nutzungsart sehr unterschiedlich ausfallen kann. Es lässt sich allerdings sagen, dass Zementestrich im Vergleich zu Calciumsulfatestrich in der Regel teurer ist.

Wie wird Zementestrich verarbeitet?

Als Klassiker unter den Estrichen hat Zementestrich zwar eine Vielzahl positiver Eigenschaften, dafür ist sein Einbau sehr aufwendig. Der Untergrund muss vor Nässe geschützt werden und darf bestimmte Unebenheiten nicht enthalten. So beispielsweise punktförmige Erhebungen oder verlegte Rohre. Die Temperatur des Mörtels muss entsprechend der Angaben auf dem Produkt auf einem bestimmten Niveau gehalten werden, ebenso wie die Raum- beziehungsweise Gebäudetemperatur. Der Zementestrich wird dann direkt auf der Baustelle angemischt und im Anschluss daran verlegt. Mit einer bestimmten Technik wird er dann abgezogen, verdichtet und nach dem Trocknen abgerieben beziehungsweise geschliffen. Zum Abschluss wird er je nach weiterer Verwendung geglättet oder für eine bessere Griffigkeit strukturiert.

Zementestrich kann mit Zusätzen ergänzt werden, beispielsweise mit Fließmitteln. Der so entstehende Zementfließestrich lässt sich besser verarbeiten, da die mechanischen Arbeitsschritte des Verteilens, Verdichtens, Abreibens und Glättens weitestgehend entfallen. Dennoch muss auch hier eine spezialisierte Einbringtechnik angewandt werden!

Die Trockenzeit von Zementestrich beträgt bei gutem Luftwechsel und günstigen Luftfeuchtigkeits- und Temperaturverhältnissen in etwa zehn Tage. Bereits nach zwei bis drei Tagen kann er allerdings schon begangen werden.